Ein jeder der schon einmal in Kazan war, wird bestätigen können, dass Kazan eine Perle der Architektur ist, denn sie vereint den Orient und den Okzident aufs Vorteilhafteste. Der wunderschöne Kazaner Kreml wurde nicht umsonst in die UNESCO Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Gebäude, welche vom russischen Architekten Konstantin Thon (1794-1881) entworfen wurden, sind ebenfalls sehr beeindruckend: der ehemalige Gouverneurs-Palast und die daneben stehende Schlosskirche.
Die prachtvolle orthodoxe Kathedrale Mariä-Verkündigungs-Kathedrale wurde 1556 errichtet. Ihr vorhergehendes Gebäude war eine kleine hölzerne Kirche welche auf Befehl des Zaren Iwan IV. innerhalb von drei Tagen errichtet worden ist, um den erfolgreichen Feldzug nach Kazan zu feiern. Die Kathedrale besteht aus fünf Zwiebelkuppeln, fünf Apsiden und sechs Stützpfeilern, sowie einem Refektorium. Ihre Wände und Decken wurden 1860 von dem berühmten Ikonenmaler N. L. Safonow verziert. Die Mariä-Verkündigungs-Kathedrale litt arg in den Jahren der sowjetischen Regierung. Beispielsweise wurden ihr fünfgeschossiger Glockenturm, ihre Galerie und ihre Haupttreppe demontiert und viele Kunstschätze geraubt.
In ihrer Nähe befindet sich der Sujumbike-Turm. Dieser rote Ziegelsteinturm wurde nach der letzten Kazaner Zarin benannt und entstand im 17. Jahrhundert. Der Turm ist 58 m hoch und besteht aus sieben Stockwerken. Die ersten drei sind nach russischer Tradition quadratisch, die darüber liegenden nach tatarischer Tradition achteckig. Somit ist der Turm auch ein Symbol für das harmonische Miteinander der zwei Bevölkerungsgruppen Russen und Tataren. Der Sujumbike-Turm ist auch als schiefer Turm von Kazan bekannt, denn er weicht mit 1,98 m von der Vertikalen ab.
Die Kul-Scharif-Moschee, welche sich auch im Kazaner Kreml gegenüber der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale befindet, ist die größte Moschee Russlands und wahrscheinlich auch von Europa. Ihren Namen verdankt sie dem letzen Iman von Kazan. Die Moschee wurde 1996-2005 errichtet und gilt als Mahnmal für die bei der russischen Eroberung von Kazan im Jahre 1552 gefallenen Tataren. Die historische Moschee wurde bei dieser Eroberung zerstört.
Der Kazaner Kreml wurde anlässlich der 1000-Jahr-Feier im Jahre 2005 renoviert. Der Spassi – oder Erlöser-Turm aus dem 19. Jahrhundert ist der Hauptturm des Kazaner Kreml. Ihn ihm befand sich bis zur Oktoberrevolution im Jahre 1917 in der ersten Etage eine Kapelle, von der man heute nur noch die Giebelfenster erahnen kann.
Die St. Katharina-Kirche ist ein bedeutendes Monument der protestantischen Sakralarchitektur des 19. Jahrhunderts. Sie wurde 1870 mit Spenden der Deutschen Vereinigung in Kazan errichtet und dient auch heute noch als Zentrum der Russlanddeutschen sowie der deutschen Sprache und Kultur, welches 2000 als Deutsches Haus der Republik Tarastan gegründet wurde. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Gotteshäuser und Moscheen, die einen Besuch lohnen, beispielsweise die Peter und Pauls-Kirche, die Nikolai-Kathedrale und die Apanajew-Moschee.
Ebenfalls einen Besuch wert, ist die Universität von Kazan. Sie zählt zu den ältesten Universitäten Russlands und wurde 1804 von Zar Alexander I. gegründet. Für Sprachreisen ist Kazan auch der ideale Ort. Die Universität beherbergt 15 Fakultäten und unterrichtet ca. 16.000 Studenten. Berühmte Persönlichkeiten, die sich hier ihrem Studium widmeten, warnen unter anderem Wladimir Lenin, Johann Friedrich Erdmann und Lew Tolstoi.