Die Wirtschaft in Kazan

Die Landwirtschaft in Tatarstan ist überwiegend auf die Bedürfnisse an Lebensmittel der dort lebenden Bevölkerung abgestimmt. Wobei die Viehzucht den größten Teil ausmacht. Für Fleischprodukte werden Schweine, Rinder, Geflügel und Hammel gezüchtet. Neben der Viehzucht gibt es hier noch die Imkerei und die Fischerei. Zudem bauen die Bauern der Region Getreide wie Gerste, Hafer, Roggen, Buchweizen, Weizen, Zuckerrüben und Kartoffeln an. Insgesamt macht das Land mit der Landwirtschaft eine jährliche Rendite von etwa 35%.

Im Industriellen Bereich setzt Tatarstan auf die Metallverarbeitung, die Chemieindustrie, auf die elektrische Energie und die Ölproduktion. Führend in diesem Gebiet sind hier die Autobranche, die Luftfahrtindustrie und der Instrumentenbau. Die Aktiengesellschaft KamAZ fertigt Autos und Lastwagen. Zusätzlich werden dort Motoren für den Eigenbedarf und dem Export. Zudem beschäftigt KamAZ etwa ein Fünftel der arbeitenden Bevölkerung aus Tatarstan in der verarbeitenden Industrie. In der Luftfahrtindustrie werden Flugzeuge, Hubschrauber und Flugzeugmotoren hergestellt. Die Luftfahrtindustrie hat ihren Sitz in Kazan. Neben dem Flugzeugbau konzentriert sich das Unternehmen auf die Herstellung von medizinischen Geräten. Petrochemie ist in diesem Land herrschend. Mit ihr werden Reifen und synthetischen Gummis hergestellt. Während die Chemieindustrie Kunststoffe und künstlichen Harz produziert.

Der wichtigste Teil in der Exportwirtschaft ist der Ölproduktion zuzuschreiben. Mit ihr werden Heizöl und Dieselkraftstoff für den Export produziert. An elektrischer Energie verfügt das Land im Jahr über etwa 22,7 Mrd. kW/h im Jahr. Die deckt den Energiebedarf der Republik vollkommen ab.

Neben den schon benannten Wirtschaftsektoren sorgen noch im Schnitt 520 Unternehmen für die soziale und wirtschaftliche Sicherheit von Tatarstan. Diese Firmen haben sich auf Konsumgüter spezialisiert.

Geschichte von Kazan

Die Mehrheit der Bewohner heute bezeichnet sich als Tataren, obwohl in der Stadt die alte Vergangenheit bei erklingen des Namens Bolga immer noch auflebt. Nur wenige der Familien kennen ihre Abstammungswurzeln ganz genau. Im Nationalmuseum bekommt man vermittelt, dass sich einige Stämme der Bolgaren bereits im 6. Jahrhundert, vom Schwarzen Meer, dem Balkan und dem Kaukasus her im heutigen Tatarstangebiet ansiedelten. Damals verfügten die Menschen über das beachtliche Wissen, des Hausbaus, des Wasseranlagenbaus und einigen verschiedenen Handwerkskünsten. Zu dieser Zeit gehörten sie den christlichen Glauben an. Im Jahr 922 traten die Bolgaren gemeinschaftlich den islamischen Glauben bei. Schon im 10. Jahrhundert, war die Region, zu einem beachtlichen Kulturzentrum, Handelszentrum und Wirtschaftszentrum zwischen Asien und Europa gewachsen. Während der Ausweitung des mongolischen Reiches wanderte der namensgebende Stamm der Tataren ein. Fortan im 13. Jahrhundert war der Name der Tataren sehr häufig zu finden und verdrängte somit den Namen der Bolgaren. Viele verschiedene Khanate bildeten sich nach dem Untergang des mongolischen Reiches. Das Einflussreichste von ihnen war das Kazaner Khanat. Die Steuerherrschaft der Tataren über die Kiever Rus wurde bereits 1480 beigelegt. Jedoch wurde die bis dahin existierende Selbstständigkeit der Tataren durch die Eroberung Kazans vom Ivan den Schrecklichem beendet. Dies war im Jahre 1552. Im zaristischen Russland wurde ein Generalgouverneur moskowitischer Abstammung eingesetzt, um das ehemalige Khanat Kazan zu beaufsichtigen.

Peter der Große ordnete ein Gesetz an, welches alle Landbesitzer zum christlichen Glauben bekehren sollte. Ansonsten drohten dem Landbesitzer die Enteignung jeglicher Besitztümer sowie die Standesprivilegien. Etliche tatarische Bauten wurden zu jener Zeit zerstört, aus deren Trümmern wurden orthodoxe Kirchen, Häuser und Straßen in Tatarstan gebaut. Zudem wurde die Ansiedlung von russischstämmigen und deutschstämmigen Bauern durch Peter den Großen im Wolgagebiet beschleunigt. Seine Vorgehensweise begünstigte die Diskriminierung der russischen und tatarischen Bevölkerung in der Stadt Kazan. Die Flüsse Bulak und Kaban wurden als natürliche Grenze zwischen dem blühenden oberen Stadtgebiet und der sogenannten Unterstadt, in welcher die Tataren lebten, angesehen. Nur mit Passierscheinen war es den Tataren erlaubt in die oberen Stadtgebiete, zu gelangen. Kämpfe zwischen Russen und Tataren wurden bald alltäglich. Sodass Katharina die Große den Tataren die freie Religionsausübung zugestand. Im 19. Jahrhundert wuchs der Islam im Wolgagebiet neben dem Ausbau der Schifffahrt enorm an.

Tatarstan verlor als autonome sozialistische sowjetische Republik jegliche Rechte und wurde Opfer der sowjetischen Nationalitätenpolitik. 1920 suchten die Tataren Anbindung an westlichen Strömen, hierfür wechselte man zum lateinischen Alphabet. 1938 ordnete Stalin die Verwendung des Kyrillischen für alle sprachen in seinem Gebiet an. So wurde die tatarische Sprache aus dem alltäglichen Leben verbannt.

Einige Jahre später forderten die Tataren ihre Unabhängigkeit von der zusammenbrechenden Sowjetunion zurück. 1994 folgte darauf hin ein Vertrag zwischen den Tataren und den Russen; welcher die Kulturellen, die politischen und wirtschaftlichen Punkte regelte. Im selben Jahr wurde im Schulgesetz verankert, das alle Schulkinder in der Schule tatarisch lernen müssen. Dies wirkt sich langfristig auf die Fremdsprachenkenntnisse aus und ist hinderlich bei den Beschäftigungsmöglichkeiten der Tataren. 1999 folgte von der Republik ein Gesetz, was die tatarische Sprache in lateinischen Buchstaben wiedergeben sollte, so wie es einst schon 1920 erstrebt war. Im Jahre 2002 regelte die russische Förderation mit einem Gesetzeszusatz die Verbindlichkeit der kyrillischen Schreibweise. Welche Sprachen neben Russisch noch als Amtssprache angewandt werden, dürfen sich die Förderationsgebiete selbst aussuchen. In folge der Föderalreform 2004 verloren die Tataren viele ihrer autonomen Rechte. Die Regierung Putins führte zu einem empfindsamen Machtverlust der Republik. Die Hintergründe der Moskauer Regierung sind so komplex und vielseitig das Sie eher in die Innenpolitik einzuordnen sind. Jedoch verfolgt Tatarstan weiterhin seit 1990 das Bestreben nach einem europäischen Völkerbund.