Die Mehrheit der Bewohner heute bezeichnet sich als Tataren, obwohl in der Stadt die alte Vergangenheit bei erklingen des Namens Bolga immer noch auflebt. Nur wenige der Familien kennen ihre Abstammungswurzeln ganz genau. Im Nationalmuseum bekommt man vermittelt, dass sich einige Stämme der Bolgaren bereits im 6. Jahrhundert, vom Schwarzen Meer, dem Balkan und dem Kaukasus her im heutigen Tatarstangebiet ansiedelten. Damals verfügten die Menschen über das beachtliche Wissen, des Hausbaus, des Wasseranlagenbaus und einigen verschiedenen Handwerkskünsten. Zu dieser Zeit gehörten sie den christlichen Glauben an. Im Jahr 922 traten die Bolgaren gemeinschaftlich den islamischen Glauben bei. Schon im 10. Jahrhundert, war die Region, zu einem beachtlichen Kulturzentrum, Handelszentrum und Wirtschaftszentrum zwischen Asien und Europa gewachsen. Während der Ausweitung des mongolischen Reiches wanderte der namensgebende Stamm der Tataren ein. Fortan im 13. Jahrhundert war der Name der Tataren sehr häufig zu finden und verdrängte somit den Namen der Bolgaren. Viele verschiedene Khanate bildeten sich nach dem Untergang des mongolischen Reiches. Das Einflussreichste von ihnen war das Kazaner Khanat. Die Steuerherrschaft der Tataren über die Kiever Rus wurde bereits 1480 beigelegt. Jedoch wurde die bis dahin existierende Selbstständigkeit der Tataren durch die Eroberung Kazans vom Ivan den Schrecklichem beendet. Dies war im Jahre 1552. Im zaristischen Russland wurde ein Generalgouverneur moskowitischer Abstammung eingesetzt, um das ehemalige Khanat Kazan zu beaufsichtigen.
Peter der Große ordnete ein Gesetz an, welches alle Landbesitzer zum christlichen Glauben bekehren sollte. Ansonsten drohten dem Landbesitzer die Enteignung jeglicher Besitztümer sowie die Standesprivilegien. Etliche tatarische Bauten wurden zu jener Zeit zerstört, aus deren Trümmern wurden orthodoxe Kirchen, Häuser und Straßen in Tatarstan gebaut. Zudem wurde die Ansiedlung von russischstämmigen und deutschstämmigen Bauern durch Peter den Großen im Wolgagebiet beschleunigt. Seine Vorgehensweise begünstigte die Diskriminierung der russischen und tatarischen Bevölkerung in der Stadt Kazan. Die Flüsse Bulak und Kaban wurden als natürliche Grenze zwischen dem blühenden oberen Stadtgebiet und der sogenannten Unterstadt, in welcher die Tataren lebten, angesehen. Nur mit Passierscheinen war es den Tataren erlaubt in die oberen Stadtgebiete, zu gelangen. Kämpfe zwischen Russen und Tataren wurden bald alltäglich. Sodass Katharina die Große den Tataren die freie Religionsausübung zugestand. Im 19. Jahrhundert wuchs der Islam im Wolgagebiet neben dem Ausbau der Schifffahrt enorm an.
Tatarstan verlor als autonome sozialistische sowjetische Republik jegliche Rechte und wurde Opfer der sowjetischen Nationalitätenpolitik. 1920 suchten die Tataren Anbindung an westlichen Strömen, hierfür wechselte man zum lateinischen Alphabet. 1938 ordnete Stalin die Verwendung des Kyrillischen für alle sprachen in seinem Gebiet an. So wurde die tatarische Sprache aus dem alltäglichen Leben verbannt.
Einige Jahre später forderten die Tataren ihre Unabhängigkeit von der zusammenbrechenden Sowjetunion zurück. 1994 folgte darauf hin ein Vertrag zwischen den Tataren und den Russen; welcher die Kulturellen, die politischen und wirtschaftlichen Punkte regelte. Im selben Jahr wurde im Schulgesetz verankert, das alle Schulkinder in der Schule tatarisch lernen müssen. Dies wirkt sich langfristig auf die Fremdsprachenkenntnisse aus und ist hinderlich bei den Beschäftigungsmöglichkeiten der Tataren. 1999 folgte von der Republik ein Gesetz, was die tatarische Sprache in lateinischen Buchstaben wiedergeben sollte, so wie es einst schon 1920 erstrebt war. Im Jahre 2002 regelte die russische Förderation mit einem Gesetzeszusatz die Verbindlichkeit der kyrillischen Schreibweise. Welche Sprachen neben Russisch noch als Amtssprache angewandt werden, dürfen sich die Förderationsgebiete selbst aussuchen. In folge der Föderalreform 2004 verloren die Tataren viele ihrer autonomen Rechte. Die Regierung Putins führte zu einem empfindsamen Machtverlust der Republik. Die Hintergründe der Moskauer Regierung sind so komplex und vielseitig das Sie eher in die Innenpolitik einzuordnen sind. Jedoch verfolgt Tatarstan weiterhin seit 1990 das Bestreben nach einem europäischen Völkerbund.